Junges Sägernetzwerk informiert sich über Ausbildung am Simulator

Ende Oktober traf sich das vom Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH) initiierte Netzwerk Club Timber zu seiner diesjährigen Exkursion. Der Weg führte über die Landesgrenze hinweg ins Dreieck zwischen Saarland, Rheinland-Pfalz und der französischen Region Grand Est.

Vor inzwischen mehr als sechs Jahren rief der DeSH den Club Timber als Juniorenkreis der Säge- und Holzindustrie ins Leben. Rasch etablierte sich die Plattform als informelle Möglichkeit zum Knüpfen von überbetrieblichen Kontakten verbunden mit Austausch und fachlicher Diskussion. Für die Branche ist das Netzwerk, das auch Nicht-Mitgliedern offensteht, seitdem zu einem wichtigen Bestandteil des generationen- und fachübergreifenden Dialogs geworden. Regelmäßige Höhepunkte sind die Gruppenfahrten, die sich wechselnde thematische Schwerpunkte setzen und Betriebsbesichtigungen oftmals mit kulturellen Aspekten kombinieren. In diesem Jahr stand die computergestützte Ausbildung im fachlichen und die Stadt Metz im touristischen Fokus.

Mehr als Spielerei: Lernen am Simulator

Vom grenznahen Ausgangspunkt Saarbrücken startete die 20-köpfige Gruppe am 23. Oktober mit dem Bus zum Simulatoren-Hersteller ACREOS ins rund 100 Kilometer entfernte Hauconcourt bei Metz. Seit 2007 entwickelt, produziert und vertreibt das französische Unternehmen hochrealistische Simulatoren zur Aus- und Weiterbildung von Fahrern und Maschinenführern im Baugewerbe, Bergbau sowie in der Logistik, Land- und Forstwirtschaft. In Hauconcourt forscht und entwickelt ACREOS, das neben dem Firmensitz in Morhange, ebenfalls in der Metropolregion Metz, auch eine Dependance im kolumbianischen Bogotá unterhält. An den insgesamt nur 36 Mitarbeitern lässt sich der hohe Spezialisierungsgrad der Produktion ablesen. Basis sind festinstallierte Plattformen samt Sitz und Steuerelementen, die in kurzer Zeit in verschiedene Maschinensimulatoren umgewandelt werden können. Nach Auskunft des Unternehmens wurden in den vergangenen zwölf Jahren seit Bestehen weltweit 350 dieser Plattformen und 750 Simulationspakete an 220 Kunden ausgeliefert. Großes Interesse bei den Exkursionsteilnehmern weckte selbstverständlich der Simulator für ein Bandsägewerk, der ebenso dem Realitätscheck unterzogen werden durfte wie digitale Gabelstapler, Radlader, Muldenkipper, Bagger, Hafenkräne, LKWs und Busse. Club Timber-Sprecher Felix Lauel von der Firma Holz Eigelshoven in Würselen sah darin keinesfalls nur Spielerei: „Bei der Ausbildung zum Holzbearbeitungsmechaniker sowie bei der Überprüfung der Fähigkeiten von Fachkräften wird die Simulatorentechnik in Zukunft auch in der Sägeindustrie an Bedeutung gewinnen. Die Eindrücke, die wir durch das Testen und die Einblicke in die Programmierung gewonnen haben, sind deshalb sehr interessant.“

Kultur und Geschichte in Metz

Im Anschluss an die Besichtigung bei ACREOS nutzte die Gruppe die Gelegenheit für einen Besuch im nahen Metz. Die einstige Keltensiedlung fasst heute über 100.000 Einwohner und ist Hauptstadt des Départements Moselle. Sie war zudem Hauptort von Lothringen, das 2016 im Zuge einer Gebietsreform in der Region Grand Est aufgegangen ist. Während einer geführten Tour wurde den Teilnehmern die wechselhafte Geschichte der Stadt seit dem Mittelalter und vor allem seit den Kriegen ab 1871 erläutert. Diese lässt sich auch eindrücklich im Stadtbild ablesen: Die architektonische Vielfalt aus jahrhundertealten Kirchen, Befestigungsanlagen sowie modernen Museen wie der Außenstelle des Centre Pompidou beeindruckte und sorgte dafür, dass der kulturelle Aspekt auf dieser Reise nicht zu kurz kam.

Wo steht die Branche? Abendessen bietet Raum zur Diskussion

Das gemeinsame Abendessen im Hotel in Saarbrücken wurde dann nicht nur zur Rekapitulation des Tages genutzt, sondern wie gewohnt auch zur Diskussion aktueller Themen der Branche. Der Klimawandel und die damit verbundenen gesellschaftlichen, politischen und unternehmerischen Herausforderungen sind auch im Kreis des Club Timber das bestimmende Feld geworden: Welche Auswirkungen wird dieser auf die Rohstoffsicherung, Märkte und Produkte haben? Wie lässt sich das Potenzial der Holzindustrie besser nutzen und öffentlich kommunizieren? Welche Mittel braucht es für Forschung und Entwicklung? Wie lassen sich künftig qualifizierte Nachwuchskräfte gewinnen und die Qualität in der Aus- und Weiterbildung verbessern?

Einblick in hohes Qualitätsmanagement

Am zweiten Tag stand nach dem Frühstück ein Besuch der elka-Holzwerke GmbH & Co. KG im rheinland-pfälzischen Morbach auf dem Programm. Bei sonnigem Herbstwetter wurde der Club Timber von Geschäftsführer Gerd Michael Lersch und Larissa Kuntz, Leiterin Produktion und Vertrieb, herzlich empfangen. Kuntz schilderte eingangs die über 100-jährige Geschichte des Betriebs bis hin zur Produktion in der heutigen Betriebsstätte mit einer Fläche von 24 Hektar. Inzwischen befindet sich das Familienunternehmen in der dritten Generation und beschäftigt rund 200 Mitarbeiter am Standort Morbach. elka erweiterte die Schnittholz- und Holzwerkstoffproduktion in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder um Neu- und Weiterentwicklungen wie die esb-Frischholzplatte (elka strong board) oder Akustikplatten. Die Führung durch die moderne Fertigung lieferte einen tiefen Einblick in die betrieblichen Produktlinien und das hohe Qualitäts- und Nachhaltigkeitsmanagement im Werk. Im Namen des Club Timber bedankte sich Sprecher Felix Lauel bei Kuntz für die offene und hochinformative Werksbesichtigung, bei der keine Frage unbeantwortet blieb. Sebastian Rogalla, Referent Mitgliederservice beim DeSH und Organisator des Club Timber, verabschiedete die Teilnehmer abschließend nicht ohne Hinweis auf die nächste Exkursion. 2020 soll es wieder in ein Nachbarland gehen: geplant ist eine Fahrt nach Österreich. Die meisten Teilnehmer legten sich spontan fest, dass man sich spätestens dort wiedersehe.

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Über den Club Timber

Der Club Timber ist ein informelles Netzwerk der Säge- und Holzindustrie zur Förderung des generationen- und fachübergreifenden Dialogs. Es ist grundsätzlich offen für alle, die in Unternehmen, Institutionen oder Organisationen der Holzwirtschaft beschäftigt sind oder waren bzw. sich der Branche in besonderer Weise verbunden fühlen. Informationen zu Exkursionen, Veranstaltungen, Vorträgen und Messeauftritten erhalten Sie über die Website www.clubtimber.de, den regelmäßigen Newsletter sowie über die gängigen Social Media-Kanäle. Ansprechpartner beim DeSH ist Sebastian Rogalla (sebastian.rogalla@saegeindustrie.de / Tel.: 0611-72398-105).

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